STOchastische Innovation im Finanzbereich?

Stochastische Innovation im Finanzmarkt bedeutet, dass ihr Erfolg vom Zufall abhängt. Denn das Scheitern ist wahrscheinlich von den Anbietern neuartiger Finanzprodukte eingeplant. Dies ist an einem aktuellen Fall, ausführlich dargestellt in der aktuellen Ri 01/2019 (https://rechtinnovativ.online/ri-01-2019-otto-stochastische-innovation-im-finanzbereich), erkennbar. Das Scheitern solcher fragwürdigen Innovationen ist daher wahrscheinlicher als ihr Erfolg. Die negativen Effekte werden sich erwartungsgemäß wie die anfänglich reizenden Effekte ansteckungsartig ausbreiten. Auf den sog. Contagion-Effekt, als Unterfall des Dominoeffekts, wird verwiesen.

Dieser Effekt muss verhindert werden. Missbrauchsmöglichkeiten, insbesondere sog. geplante Obsoleszenz bei technologiebasierten Finanzprodukten, müssen durch gesetzliche Schutzvorkehrungen verhindert oder zumindest stark beschränkt werden. Keinesfalls dürfen Schutzvorschriften ausgehebelt oder abgeschafft werden. Auf „Crypto Wars“ sollte sich der Staat nicht einlassen. Nichtsdestotrotz ist das elektronische Wertpapier eine Zukunftschance, die es zu nutzen gilt. Der Fokus sollte dabei jedoch auf dem (gesunden) Finanzmarkt und dem Schutz der Akteure liegen, nicht auf den finanziellen Interessen einzelner Anbieter vermeintlich innovativer Finanzprodukte.

Über die Autorin

Claudia Otto ist seit 2012 Rechtsanwältin. Nach 4,5 Jahren Anwaltstätigkeit für Hengeler Mueller in Frankfurt am Main gründete sie dort im Jahr 2016 ihre eigene, auf die Vereinbarkeit von Technologie und Recht fokussierte Kanzlei COT Legal. Im April 2017 gründete sie die interdisziplinäre Fachpublikation „Recht innovativ“ (Ri).

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