Otto, Ri 2021, 31-48

Was hat ein NFT mit Kunst, Darknet und Recht zu tun?

Grundlagenwissen zu sog. Non-Fungible Tokens

Claudia Otto

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I. Einleitung

Im Jahr 2021 macht das Akronym NFT, kurz für Non-Fungible Token, besonders auf sich aufmerksam. Dies v.a. durch den am 11. März 2021 vom Künstler Beeple über das Auktionshaus Christie’s „verkauften“ NFT mit der Token-ID 40913, genannt „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“[1].

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht ist ein NFT kein „computergeneriertes Bild“[2], kein „digitales Kunstwerk“[3], kein „in der Blockchain gespeichertes Kunstwerk“[4], kein .jpeg und kein .mp3,[5] aber auch keine Datei mit (5.000 digitalen) Bildern[6]. Verbreitet ist zudem die Annahme, es handele sich dabei um eine einzigartige, digitale Darstellung von körperlichen oder unkörperlichen Gegenständen[7] bzw. eigentumsähnlichen Rechten.[8]

Die Ansichten haben gemeinsam, dass sie eine Erwartung an NFT als Tatsache annehmen, nicht jedoch untersuchen, was im Falle von „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ angeboten und tatsächlich erworben wurde.[9]

Der nachstehende Beitrag soll aufklären. Er erläutert den NFT zunächst am Beispiel „EVERYDAYS: THE FIRST 5000 DAYS“ und zeigt durch weitere Beispiele, dass die Ausgestaltung grundsätzlich gleich ist. Abschließend wird anhand des zwischen Beeple und Metakovan geschlossenen Vertrags auf die wichtigsten Rechtsfragen eingegangen.

V


[1]  https://onlineonly.christies.com/s/first-open-beeple/beeple-b-1981-1/112924 (abgerufen am 3. Juni 2021).

[2]  Kobel, Blockchain in der Kunst: Sensationspreis bei Christie‘s: Unsummen fließen für ein digitales Kunstwerk, Handelsblatt vom 11. März 2021, abrufbar unter https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/kunstmarkt/blockchain-in-der-kunst-sensationspreis-bei-christies-unsummen-fliessen-fuer-ein-digitales-kunstwerk/26995246.html?ticket=ST-7766850-MnjEKncYN32PJJta9Y2q-ap6 (zuletzt abgerufen am 3. Juni 2021).

[3]  Kobel, Blockchain in der Kunst: Sensationspreis bei Christie‘s: Unsummen fließen für ein digitales Kunstwerk, Handelsblatt vom 11. März 2021, abrufbar unter https://www.handelsblatt.com/arts_und_style/kunstmarkt/blockchain-in-der-kunst-sensationspreis-bei-christies-unsummen-fliessen-fuer-ein-digitales-kunstwerk/26995246.html?ticket=ST-7766850-MnjEKncYN32PJJta9Y2q-ap6 (zuletzt abgerufen am 3. Juni 2021).

[4]  Scheer, Kryptokunst bei Christie’s: Ein Museum für das teuerste Digitalkunstwerk, FAZ vom 15. März 2021, abrufbar unter https://www.faz.net/aktuell/feuilleton/kunstmarkt/anonymer-kaeufer-von-beeples-nft-kunstwerk-everydays-plant-ein-eigenes-museum-17246266.html (zuletzt abgerufen am 2. Juni 2021).

[5]  Vgl. Scheider, Scooter-NFT: Wie sinnvoll künstliche Knappheit wirklich ist, BTC-Echo vom 8. April 2021, https://www.btc-echo.de/news/scooter-nft-wie-sinnvoll-kuenstliche-knappheit-wirklich-ist-115998/ (zuletzt abgerufen am 3. Juni 2021).

[6]Kreye, Eye Candy, Süddeutsche Zeitung vom 29. März 2021, abrufbar unter https://www.sueddeutsche.de/kultur/nft-beeple-kunstmarkt-digitale-kunst-1.5250201 (zuletzt abgerufen am 3. Juni 2021).

[7]  Breinich-Schily, „NFTs werden zahlreiche neue Assetklassen ermöglichen“, SpringerProfessional vom 25. Mai 2021, abrufbar unter https://www.springerprofessional.de/blockchain/kryptowaehrungen/-nfts-werden-zahlreiche-neue-assetklassen-ermoeglichen-/19171290 (zuletzt abgerufen am 3. Juni 2021).

[8]Breinich-Schily, „NFTs werden zahlreiche neue Assetklassen ermöglichen“, SpringerProfessional, 25. Mai 2021, abrufbar unter https://www.springerprofessional.de/blockchain/kryptowaehrungen/-nfts-werden-zahlreiche-neue-assetklassen-ermoeglichen-/19171290 (zuletzt abgerufen am 3. Juni 2021).

[9]  Beispielhaft zu den Mythen und den Tatsachen rund um „die Blockchain“: Otto, Ri 2019, 45 (64 ff).

Titelbild: © Oksana Trygub, via Adobe Stock, #424470326; NFT: © Oksana Trygub, via Adobe Stock, #419705805