Ri 03/2019: Weltbewegendes.

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Begrüßung

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Digitalisierung bringt insbesondere für Juristinnen und Juristen viele neue Fragestellungen, aber auch Hürden mit sich. Neue Begriffe verunsichern; Experten gibt es viele, aber nur ein Teil scheint wirklich fachkundig. Wie können sich Juristinnen und Juristen in der alltäglichen Flut von Informationen zurechtfinden?

Die beste Daumenregel für sie lautet: Nicht der Begriff, sondern der Lebenssachverhalt dahinter birgt die Lösung für ein (Rechts-) Problem. Die beste Orientierung für alle anderen Menschen, ganz gleich welcher Profession, bietet der Grundsatz: Von Unverständlichem sollte Abstand gewahrt werden. Oder rechtzeitig kundiger Rat eingeholt werden.

Die Ri 03/2019 hat den Schwerpunkt auf Technologien im Rechtsbereich gelegt. „Legal Tech“, „Legal Design“, sowie „Legal Literacy“ werden umfassend erläutert und einer rechtlichen Einordnung unterzogen. Simon Hager untersucht ab Seite 120, welche Bedeutung das sog. Amazon-Dash-Button-Urteil für anwaltliche Beratungsangebote im Internet hat. Alisha Andert erklärt im Anschluss die Chancen und Fallstricke von sog. Legal Design. Dr. Carl-Wendelin Neubert und Christian Leupold-Wendling zeigen ab Seite 136 auf, welche Bedeutung die Digitalisierung für die juristische Grundbildung der Gesellschaft hat und welche Chancen die juristische Grundbildung für den Einzelnen schafft. Nicht zuletzt muss auch im Rahmen der juristischen Ausbildung die rechtliche Einordnung technologischer Sachverhalte gelehrt werden. Hier zeigt Thorsten Conrad anhand eines aktuellen Fallbeispiels auf, dass Studierende mit ihrem erlernten Handwerkszeug komplexe Sachverhalte rund um neue Technologien grundsätzlich gut lösen können.

Die ersten Ri-Beiträge sind nunmehr auf der Website springerprofessional.de meiner Partnerin Springer Fachmedien Wiesbaden einzeln abrufbar. Die gesamte Ri-Reihe kann in der Deutschen Nationalbibliothek und in der Universitätsbibliothek der Goethe Universität Frankfurt gelesen werden. Darüber hinaus sind weitere Kooperationen geplant, um die Ri-Beiträge unserer Autorinnen und Autoren wirklich jeder und jedem zugänglich machen zu können.

Mit dieser Ausgabe startet nicht zuletzt die Kooperation mit der Zeitschrift „Betrifft Justiz“ (ISSN 0179-2776). Die Digitalisierung betrifft schließlich auch unsere Richterinnen und Richter sowie Staatsanwältinnen und Staatsanwälte: Wertvolles Wissen zu teilen ebnet den Weg der Gesellschaft in die Zukunft. Auch wenn wir sie uns heute nur vage vorstellen können, so holt sie uns doch spätestens morgen ein.

Viel Freude beim Lesen und

herzliche Grüße

Claudia Otto

Rechtsanwältin, Herausgeberin und Chefredakteurin

Titelbild: © den-belitsky via Adobe Stock, #234183776