Ri 01/2017: Wie alles begann

Ri 01/2017: Navigation

Ri 01/2017: Beitrag

Was ist eine Blockchain?

Claudia Otto

In a nutshell,

eine Blockchain ist im Grunde eine Datenbank, in der Änderungen (sog. Transaktionen) in chronologisch aufeinanderfolgenden Blocks gespeichert werden.

___STEADY_PAYWALL___

Im Unterschied zu klassischen Datenbanken erlaubt eine Blockchain-Datenbank Änderungen durch eine Vielzahl von Nutzern. Eine zentrale Stelle zur Pflege und Überwachung der Datenbank, ein sog. Intermediär, wird nicht benötigt. Die Nutzer können pseudonym (gar anonym) bleiben und verfügen jeweils über ein Replikat der Blockchain auf ihrem Computer, das mit jedem neuen Block synchronisiert wird.

Über jeden neuen Block müssen die Nutzer als Community abstimmen. Da demokratisches Abstimmen der Nutzer über ihre Computer Risiken beinhaltet, langwierig ist und stete Bottlenecks verursachen würde, übernimmt ein sog. Consensus-Algorithmus die Zufallszuteilung der Entscheidung über den neuen, hinzuzufügenden Block.

Die Blockchain gilt als sehr robust, da infolge der Ablage einer Kopie des gesamten Datenbankinhaltes auf jedem Nutzercomputer der Datenverlust nahezu unmöglich ist. Grundsätzlich erlaubt die Blockchain keine rückwirkenden Änderungen an der Datenbank durch einzelne Nutzer. Änderungen im Sinne von Transaktionen erfolgen vorwärts, durch Angliederung eines neuen Blocks. Die (nachträgliche) Änderung der sog. Kollektivwahrheit ist grundsätzlich nur durch (demokratischen) Konsens möglich.

Die größten Probleme der Blockchain-Technologie sind zum einen ihre Unreife, zum anderen die Unmöglichkeit der vertraulichen Speicherung vertraulicher Inhalte in einer öffentlichen, mit Fremden gemeinsam genutzten Datenbank. Während viele Probleme im Laufe der Fortentwicklung in den Griff bekommen werden dürften, so wird jedoch das Problem des Mangels an Vertraulichkeit nicht gelöst werden können. Es handelt sich um ein unlösbares mathematisches Problem.

Ist die Blockchain sicher?

Nein, auch wenn dies an vielen Stellen behauptet wird. Eine unreife Technologie, die man selbst noch nicht versteht und beherrscht, kann nicht als sicher bezeichnet werden. Nur weil wir deren Sicherheitsrisiken im Einzelnen nicht kennen, bedeutet es nicht, dass es keine gibt.

Mit meinem Artikel “Chaining Blocks and Blocking Chains” vom 21. März 2017, hier auf Seite 19 ff., zeige ich gravierende Sicherheitsprobleme von Blockchain-basierten P2P-Netzwerken auf.

Was ist ein Ethereum Smart Contract?

Ein Ethereum Smart Contract ist lediglich ein Computerprogramm. Er enthält eine Mini-Datenbank, die nur durch das Programm selbst änderbar ist. Hierzu muss der Nutzer des

Smart Contracts eine digital signierte Message an den Smart Contract schicken. Das Programm Smart Contract prüft sodann, ob alle systemischen Voraussetzungen für die Änderung der Datenbank erfüllt sind. Die Replikate des Smart Contracts führen die Änderung identisch auf jedem Computer der einzelnen Nutzer der Blockchain aus.

Den die Natur von sog. Smart Contracts erläuternden Artikel „Welcome to the Matrix – die schöne neue Welt Smart Contracts“ vom 17. Oktober 2016 finden Sie hier ab Seite 24. Den weiterführenden, Rechtsprobleme aufzeigenden Artikel „Bei Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie das Gesetz oder fragen Sie den Hacker Ihres Vertrauens / Vom Irrsinn mit den Smart Contracts am Beispiel einer Predicitive Policy finden Sie in dieser Ausgabe ab Seite 36.

Titelbild: © FIO CRACHO via Adobe Stock, #52503712